Gardasee in Altenkirchen: Isabella Archan begeistert beim ersten Abend im Café INKLUSIV

Veröffentlicht am: 1. Juni 2026

Rund 80 Gäste, kein freier Platz, sommerliches Wetter vor der Tür und ein Hauch Norditalien auf dem Tisch: Das Café INKLUSIV in der Frankfurter Straße 1 hätte seinen ersten eigenen Veranstaltungsabend kaum besser starten können.
Eingeladen hatte die neue arbeit inklusiv gGmbH, Trägerin des inklusiven Cafés, das seit dreieinhalb Jahren in Altenkirchen zeigt, wie Arbeit, Begegnung und Gastfreundschaft zusammenwachsen können. „Dass man nun auch kulturelle Veranstaltungen ins Programm aufnimmt, wirkte an diesem Abend nicht wie ein Experiment, sondern wie eine längst überfällige Selbstverständlichkeit“, so Geschäftsführerin Stefanie Schneider.
Für den Auftakt war Österreich zuständig, genauer gesagt: eine gebürtige Grazerin mit Wohnsitz Köln, die entweder Lesung macht, Theater spielt oder eben beides gleichzeitig. Isabella Archan, Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Krimiautorin mit einem Dutzend Bücher im Gepäck, präsentierte ihren jüngsten Gardasee-Krimi „Die geheime Grotte von Garda”, den zweiten Fall für Wiener Chefinspektorin Edwina Teufel.
Mit einem Lächeln, das schon ahnen ließ, was der Abend bringen würde, zog Isabella Archan das Publikum kurzerhand ins Geschehen. Warm-up, Archan-Style: Mitmachen erwünscht, Schüchternheit zwecklos. Das Altenkirchener Publikum ließ sich nicht lange bitten.
Was dann folgte, war mehr als eine Lesung. Archan spielte Szenen, wechselte mühelos zwischen Figuren, ließ Dialoge lebendig werden und gewährte nebenbei Einblicke hinter die Kulissen des Schreibens. Killer mit Karies, Tortellini als Liebesknoten am Gardasee, Schlangen im See mit ganz neuen Perspektiven. Und dann war da noch die Energie von Tante Erika aus der Steiermark, garstig und dabei unendlich herzlich, sorgte gespielt von Archan für echte Lachtränen.
Mittelpunkt des Abends blieb Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien, die eigentlich nur ihr Sabbatical am Gardasee genießen wollte. Es kam anders. Verbrechen, ein verschwundenes Kind und eine geheime Grotte ließen Edwina keine Wahl, ob die lokale Polizia das nun möchte oder nicht.
Dass der Abend im Café INKLUSIV stattfand, passte auf eine stille Weise sehr gut. Ein Ort, der seit seiner Gründung beweist, dass Gastfreundschaft, Menschlichkeit und handwerkliche Qualität keine Gegensätze sind, und an dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam kochen, backen und den Alltag gestalten. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Man spürt hier im Café die gelebte Herzlichkeit.” Dieser Satz hätte auch als Programmhinweis funktioniert.
Hinter einem solchen Abend steckt jedoch mehr als ein gutes Programm. Claus Janzen hatte Isabella Archan nach Altenkirchen geholt und die Organisation übernommen, Carsten Dahlke dafür gesorgt, dass Licht und Ton den Raum so trugen, wie er getragen werden wollte. Beide gehören zum Team von neue arbeit e.V.
Hausgemachte Antipasti und ein Aperitif rundeten den Abend ab, während draußen das Wetter mitspielte, als hätte auch der Wetterdienst das Programm gelesen.
Wer am Donnerstag, 28. Mai nicht dabei war: Es war der erste Abend dieser Art im Café INKLUSIV. Und mit Sicherheit nicht der letzte. Augen und Ohren offen halten lohnt sich.