Lila Salz, grüne Blätter und jede Menge Kräuterwissen
Ein Salz, das lila leuchtet? Das klingt zunächst nach Küchenzauber. Tatsächlich braucht es dafür nur Schnittlauchblüten, grobes Meersalz und ein wenig Geduld. Beim Kräuterprojekt des Bildungsangebots „Frauen“ wurde gesammelt, gemörsert, geschichtet und gesiebt. Vor allem aber wurde ausprobiert.
Erst recherchieren, dann loslegen
Welche heimischen Kräuter werden traditionell bei bestimmten Beschwerden verwendet? Welche Pflanzenteile lassen sich verarbeiten? Und worauf kommt es bei der Zubereitung an?
Mit diesen Fragen starteten die Teilnehmerinnen in das Projekt. Sie recherchierten verschiedene Krankheitsbilder, verglichen Rezepte und beschäftigten sich mit den Eigenschaften heimischer Heil- und Wildkräuter. Dann ging es nach draußen: anschauen, erkennen, ernten.
Spitzwegerich im Glas
Einer der grünen Hauptdarsteller war der Spitzwegerich. Für eine Tinktur wurden die gesammelten Blätter gründlich gewaschen, im Mörser zerkleinert und mit 45-prozentigem Alkohol aufgegossen. Nach der Reifezeit kam die Flüssigkeit durch den Filter und anschließend in kleine Fläschchen.
Auch ein Spitzwegerich-Hustensaft wurde angesetzt. Dafür schichteten die Frauen klein geschnittene Blätter und braunen Rohrzucker abwechselnd in Gläser. Gut verschlossen durfte die Mischung an einem dunklen Ort reifen.
Holunderzucker trifft „Lila Salz“
Süß wurde es mit Holunderblüten. Vorsichtig von den Dolden gelöst und mit Zucker vermischt, entwickelten sie in Weckgläsern ihr feines Aroma. Nach dem Sieben war der selbst gemachte Holunderzucker fertig.
Für den kräftigsten Farbtupfer sorgten Schnittlauchblüten. Zusammen mit grobem Meersalz verwandelten sie sich in „Lila Salz“. Bohnenkraut und Oregano wanderten dagegen nicht ins Glas, sondern wurden zum Trocknen ausgelegt. So zeigte sich ganz praktisch, wie unterschiedlich Kräuter haltbar gemacht und weiterverarbeitet werden können.
Pflanzenwissen aus nächster Nähe
Beim Besuch im Garten-Center Kremer in Siegen rückten Pflanzenkunde, Kräuterwissen und die richtige Pflege in den Mittelpunkt. Zwischen Beeten, Töpfen und Blättern gab es viel zu entdecken – und manches Detail ließ sich direkt an der Pflanze besser verstehen als auf dem Papier.
Zum Abschluss wurde es noch einmal kreativ. Aus Kräutern, Rosenblättern und Holzkugeln entstanden kleine Dekorationskränze. Während Hände banden, sortierten und gestalteten, kamen auch die Gespräche ganz von selbst in Gang.
Am Ende blieben duftende Gläser, individuelle Kräuterkränze und ein geschärfter Blick für das Grün am Wegesrand. Denn wer einmal genauer hinschaut, entdeckt schnell: Zwischen Spitzwegerich, Holunder und Schnittlauchblüten steckt eine erstaunlich vielseitige Welt.
Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie des Jobcenters Kreis Altenkirchen gefördert.












