JobAction in Aktion
JobAction, ein Bildungsangebot des Vereins ‚neue arbeit‘ in Altenkirchen, hat auch in der zweiten Jahreshälfte viel zu bieten
WISSEN. „Jetzt, im dritten Quartal, sind wir aktiv in der Durchführung. Die Teilnehmenden filmen, in welchen Projekten sie sich gesellschaftlich eingebracht haben. Die Filme werden multimedial aufbereitet, um am Jahresende das Material für unser Film-Projekt zusammenhaben, das die 12-monatige Maßnahme JobAction authentisch dokumentiert,“ so lautet der Halbzeit-Kommentar von Kim Prieur, die seit Januar das in Wissen (Walzwerkstraße) angebotene Bildungsprojekt des gemeinnützigen Vereins ‚neue arbeit“ mit Sitz in Altenkirchen leitet. Dabei wird sie seit April von Diplom-Sozialpädagogin Simone Schardt unterstützt und sich mit ihr auch den pädagogischen Part der Arbeit teilt.
Die Begleitung und Unterstützung der TeilnehmerInnen ist aufwendig. Prieur: „Das Besondere an dieser Maßnahme ist, die jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren zu motivieren und zu fördern, indem wir ihnen in Zeiten des Klimawandels und der Zeitenwende unabdingbare Werte wie Nachhaltigkeit, gemeinschaftliches oder gemeinnütziges Engagement nahebringen.“
Simone Schardt: „Die 15 Teilnehmenden bringen eine unglaubliche Motivation mit und ein, am liebsten täglich.“ Woran lässt sich das festmachen? Prieur: In diesem speziellen Projekt ist Eigenverantwortung und Ideenreichtum gefragt. Die jungen Menschen sollen für sich selbst und die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen, das motiviert und aktiviert. Das sagen auch unsere Fachanleiter, die es in ihrer täglichen direkten Arbeit aufgreifen.“
Zum Trio der Fachanleiter gehört derzeit außer Daniela Märzhäuser (Garten und Landschaftsbau) und Jan Schmidt, dessen Rat oder Tat als Tischler bei allen handwerklich anspruchsvolleren Unterrichtseinheiten gefragt ist, noch Stefanie Eitelberg (Hauswirtschaft/Ernährungsberatung). Sie übernimmt einige der vorgegebenen Unterrichts-/Schulungsangebote und -themen (u.a. Europa und ich – Finanziell fit! – Gesunde Lebensführung), steht aber auch selbst in der Küche, um den 15 jungen TeilnehmerInnen in der Praxis zu verdeutlichen, wie jeder Einzelne in Zeiten der Klima- und Energiekrise Einfluss auf ‚our footsteps on this world‘ (Anm.: ‚unsere Fußstapfen auf dieser Welt‘) nehmen kann, die als Headline das Hauptthema der JobAction-Maßnahme sind.
Julia Gorte (r. am Tisch) ist in der Region Mittelrhein/WW/Taunus
die zuständige Netzwerkkoordinatorin für Alphabetisierung und
Grundbildung. Im Workshop in Wissen traf sie mit dem Fach-
anleiter Jan Schmidt (v.l) und pädagogischer Fachkraft Kim
Prieur (h.l) bei den JobAction-Teilnehmenden auf offene Ohren.
Prieur: „Für die jungen Teilnehmenden sind viele Abläufe in ihrem alltäglichen Leben nicht selbstverständlich, weil sie sich wenig Gedanken darüber machen, weil sie es nicht besser wissen, oder weil es ihnen niemand sagt und vorlebt. Vor dem Besuch in der Maßnahme haben sie ihre persönliche Post im besten Fall ungeöffnet in die Ecke geworfen. Heute hat jeder Teilnehmende die Möglichkeit, seine Post in der Maßnahme mit Unterstützung zu bearbeiten und auch zu verwahren. Jeder braucht im Alltag Automatismen und Fixpunkte, um nach und nach mehr Verantwortung zu übernehmen oder Interesse an eigenverantwortlichem Handeln zu erlangen.“
Schardt: „Die Teilnehmenden haben unsere bisherige Arbeit leicht gemacht. Sie bringen gute Ideen ein und sind kreativ. So entstand, statt dem ursprünglich geplanten Mitmachgarten und Bürgergarten am Rathaus, ein Nutzgarten in der Walzwerkstraße auf dem eigenen großzügigen Gelände. Bei den gemeinsamen Kochangeboten wird Obst und Gemüse aus dem Garten verarbeitet. Die unterschiedlichen Projekte runden Erleben und Gemeinnützigkeit ab, etwa, wenn Müll an und auf der Sieg von Wissen bis Schladern gesammelt wird oder bei unterschiedlichsten Exkursionen, wie der Besuch am Lehrbienenstand in Mudersbach. Hier entsteht ein Anreiz um selbst aktiv zu werden, und die Bedeutung von Umweltzusammenhängen und Naturschutz zu begreifen. Die Folge ist: Die jungen Leute haben von sich aus die nächsten Projekte angestoßen, und einigen Schulen Walderlebnistage angeboten. Derzeit werden hierfür in der Schreinerei Fühlkästen gebaut und Infomaterialien zusammengestellt. Dynamisch dabei waren die Teilnehmenden auch bei der Neugestaltung des Außenbereichs am Haus Felsenkeller. Aktiv eingebracht haben sich die Teilnehmenden auch in der vergangenen Woche, als es um die Vorbereitung für den Weltalphabetisierungstag in Altenkirchen ging.
Zu diesem Workshop war aus Andernach die in der Region Mittelrhein/Westerwald/Taunus zuständige Netzwerkkoordinatorin für Alphabetisierung und Grundbildung, Julia Gorte, nach Wissen gekommen, um am Weltalphabetisierungstag (jährlich am 8. September) einen Vorlesetag in Altenkirchen (9. September, ab 9 Uhr – „200 Kinder in sechs Gruppen haben sich schon angemeldet.“) mit einer Werbekampagne in der Kreisstadt vorzubereiten. Gorte: „Dass die Teilnehmer von JobAction mir heute helfen, um am 8. September mit Plakaten für den Vorlesetag zu werben, ist nicht selbstverständlich.“
Das 12-monatige Projekt ‚JobAction‘ in Wissen wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des ‚Europäischen Sozialfonds Plus‘ und des Jobcenters Kreis Altenkirchen gefördert.
Autor: hwl












