Gelungene Integration in der Corona-Krise:
Erfolgserlebnis Minijob
Weit mehr als nur eine Maßnahme: Der Verein neue arbeit e.V. hat für die Teilnehmenden des Projekts Ü50-bewegt! einen Begegnungsort geschaffen, der trotz Corona-Krise einen vielversprechenden Aufwind erfährt.
Seit zwei Jahren engagiert sich das Projekt Ü50-bewegt! im Kreis Altenkirchen für die Integration von Menschen, die sich jenseits des 50. Lebensjahres und nach längerem Ausschluss aus dem Berufsleben, eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt erhoffen. Ihre Stärken und Fähigkeiten sollen hierbei wieder entdeckt und weiterführende Qualifikationen durch Trainingseinheiten erlangt werden.
Gerät der Alltag durch eine globale Krise aus der Bahn, erschüttert es ältere Menschen meist besonders hart. Dies erfordert nicht nur von den Teilnehmenden eine gewisse Flexibilität, sondern stellt auch die Fachanleiter und sozialpädagogischen Betreuer vor eine Herausforderung zur Neuordnung der gesamten Projektstruktur – dies ist im Projekt Ü 50-bewegt absolut gelungen.
„Wir haben uns bemüht eine alternative Maßnahmenführung zu etablieren, die trotz der massiven Einschränkungen die Teilnehmenden dazu motiviert, aktiv am Ball zu bleiben”, so Projektleiter Vinzenz Jung. Besonders wichtig sei hier der direkte tägliche Kontakt, meist telefonisch, bei dem es hauptsächlich um das persönliche Befinden gehe und ob die Teilnehmenden mit den grundsätzlichen Dingen gut vorankommen.
Auch die wöchentlichen Hausaufgaben konnten weiterhin in den Bereichen Bewerbungstraining, Projekt „Holz” und gesunde Lebensführung erfolgreich stattfinden. Hier gilt es vor allem, eine ausgewogene Mahlzeit für zu Hause zu etablieren – zwar mit kleinem Budget, aber dennoch vielfältig, gesund und einfach in der Zubereitung.
„Die Teilnehmenden haben in dieser besonderen Zeit motiviert mitgearbeitet und sind sehr engagiert dabei gewesen – vergleichbar mit einer aktiven Anwesenheit bei uns im Hause”, berichtet Vinzenz Jung. Das Wichtigste sei jedoch der Zusammenhalt und eine respektvolle Umgangsweise miteinander. Dem Menschen gegenüber das Gefühl vermitteln, ernst genommen zu werden und ein aufrichtiges Interesse zu zeigen.
Wöchentliche Aufgaben wurden in Papierform aufbereitet und allen postalisch zugeschickt, denn oft fehlt es bei vielen noch an einer ausreichend digitalen Grundausstattung, um online-basiert zu arbeiten.
Die fehlenden sozialen Kontakte sind für einige Menschen aus dem Projekt eine Herausforderung, oft eine schmerzhafte Erfahrung ist. Der Rückfall in die Isolation stellt eine besondere Gefahr dar, der es gilt durch Kommunikation mit vertrauten Menschen aus dem Kurs zu begegnen.
Aber diese großen Hürden sind derzeit erfolgreich überwunden und aktuell findet der Unterricht mit den insgesamt 28 Teilnehmenden in reduzierten Kleingruppen wieder vor Ort in Wissen statt. Selbstverständlich unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen.
Derzeit werkelt man u.a. fleißig in der Holzwerkstatt, hier entstehen schöne Gartenmöbel für die Sommer- und Grillzeit, die zum Verweilen einladen. Auch Insektenhotels werden mit viel Liebe zum Detail angefertigt.
Tatsächlich konnte das Projekt Ü50-bewegt! des Vereins neue arbeit e.V. durch Intensivierung des Bewerbungstrainings während der Corona-Krise auch einen Erfolg verzeichnen: Ein Teilnehmender qualifizierte sich während seiner Praktika-Suche für einen Minijob, den er mit großer Freude annahm.
Ein schönes Beispiel, das Mut macht auch die schweren Zeiten als Chance des Neuanfangs zu nutzen, den Blickwinkel positiv auszuweiten und das eigene Leben selbstbestimmt in neue Bahnen zu lenken.
Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz und das Jobcenter Kreis Altenkirchen gefördert.
Autor: Katrin Bosch












