BG-Coaching 2024
Seit 2018 setzt der Träger neue arbeit e.V. Altenkirchen das Projekt BG-Coaching im Landkreis Altenkirchen um. Auch im 6. Durchlauf erhalten wieder 30 Familien aus dem SGB II-Bezug (sog. Bürgergeldempfänger) Unterstützung im direkten Lebensumfeld.
Ziel ist es, den Familienvorständen ein wöchentliches Coaching- und Beratungsangebot zukommen zu lassen, durch welches sich ihre persönliche Situation verbessert und damit auch die ihrer Familienmitglieder, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
Das Angebot ist so individuell wie die Menschen und ihre Lebenssituationen. „Kein Fall ist mit dem anderen vergleichbar“, so die Coaches, „die Unterstützungsbedarfe sind sehr unterschiedlich“.
Die Teilnahme am Beratungs- und Unterstützungsangebot von BG-Coaching ist völlig freiwillig. Das Projekt ist auf ein Jahr angelegt, Besuche durch die Coaches erfolgen im wöchentlichen Turnus. Zunächst stehen das gegenseitige Kennenlernen und das Bilden einer Vertrauensbasis im Vordergrund. Dies ist immens wichtig, da die Problemlagen häufig in so sensiblen Bereichen wie Finanzen oder auch Gesundheit liegen. Eine Zusammenarbeit erfordert daher viel Vertrauen. Falls noch nicht vorhanden, wird Kontakt zu Beratungsstellen oder auch zu Fachärzten hergestellt, und die Begleitung der Teilnehmenden dorthin sichergestellt.
Die Coaches Jörg Becher und Nadine Manz begleiten und unterstützen nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder und Jugendlichen in den Familien. Sie dienen als Wegweiser für weitere Angebote oder auch als Kontaktpersonen zu Behörden, Schulen etc., da die Teilnehmenden oft nicht wissen, was sie überhaupt brauchen und an wen sie sich wenden können. Ziel ist hier zunächst Entlastung zu schaffen, aber im Folgeschritt auch, die Teilnehmenden zu motivieren, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Die Menschen benötigen oft nur jemanden, der sie ernst nimmt und respektiert, um wieder Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit zu erhalten.“, so Jörg Becher.
Ein großes Augenmerk liegt, wie schon erwähnt, auf den Kindern und Jugendlichen der sog. Bedarfsgemeinschaften. Die Eltern erhalten Beratung und Unterstützung bei der Suche nach Kita- Plätzen oder der Ausweitung von bestehenden Betreuungsplätzen. Einschulung, Nachhilfebedarfe, Übergänge in weiterführende Schulen werden genauso unterstützt wie die Begleitung zu medizinischen Angeboten. Bei Jugendlichen wird Unterstützung bei Berufsorientierung, Suche nach Praktika oder Ausbildungsstellen sowie der Bewerbungserstellung angeboten. Die Berufsberatung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Berufsberatungen der Jobcenter.
Sobald Lösungswege für die Problemlagen beschritten wurden und die Teilnehmenden soweit stabilisiert sind, können sie – oft alleinerziehende Mütter oder Väter – sich wieder auf die berufliche Lebensplanung konzentrieren. Dies kann zum Beispiel heißen, am Folgeprojekt „Perspektiven Eröffnen“ am Standort Wissen mit Präsenzzeiten teilzunehmen, um den nächsten Schritt in Richtung Arbeitsmarkt zu gehen.
Seit dem Start von BG-Coaching 2024 konnten bereits zwei Erfolge verzeichnet werden: Eine Teilnehmerin konnte nach mehrjähriger Wohnungssuche eine neue Wohnung finden und quasi zeitgleich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Eine Familie konnte nach mehrjähriger Begleitung die persönliche Situation festigen und aus dem SGB II Bezug ausmünden.
Weitere Bemühungen werden in den nächsten Monaten zu den „kleinen Erfolgsgeschichten“, über die wir an dieser Stelle wieder berichten werden.
Für Interessierte: Sollten Sie Leistungen nach dem SGB II beziehen und wir mit diesem Artikel Ihr Interesse geweckt haben, sprechen Sie uns gerne an.
Nadine Manz beantwortet Fragen zur Teilnahme am BG-Coaching. Die Kontaktdaten, weitere Projektinhalte und auch die Förderer des Projekts können Sie auf unserer Homepage unter www.ak-neuearbeit.de einsehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Das Projekt BG-Coaching wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und
Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus
(ESF+) sowie vom Jobcenter Kreis Altenkirchen gefördert.
Autor: Frank Vogler












