Begleitserve für Spätstarter: PE+
„Perspektiven Eröffnen plus“ des Vereins ‚neue arbeit‘ ist ein niederschwelliges Bildungsangebot für 15 Arbeitsuchende
Wissen. Eineinhalb Jahre lag das Bildungsangebot des gemeinnützigen Vereins „neue arbeit e.V.“ mit dem verheißungsvollen Projektnamen „Perspektiven Eröffnen (PE)“ auf Eis. Jetzt – seit dem 1. Juli – ist es wieder unter einem neuen Namen im breitgefächerten Angebot des Altenkirchener Vereins zu finden: PE+. Möglich gemacht haben diese neue Förderperiode (bis Ende 2023) die bewährten Fördertöpfe der EU bzw. des Landes Rheinland-Pfalz und das Jobcenter Altenkirchen, wobei sich am Ziel, „Menschen ab 25 auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt zu begleiten“, in den zurückliegenden 18 Monaten nichts verändert hat.
Angeboten werden in dem Projekt in Wissen (Walzwerkstraße) 15 Plätze. 14 davon sind zurzeit belegt bzw. von den Jobcentern in Wissen, Betzdorf und Altenkirchen zugewiesen worden. Nach Einschätzung von Björn Pulz (Leiter der Bildungsangebote bei der ‚neuen arbeit‘), der sich zudem im Projekt die sozialpädagogische Betreuung („In dieser Maßnahme macht die sozialpädagogische Arbeit einen großen Teil aus.“) mit Kim Prieur teilt, sind die ersten Wochen verheißungsvoll verlaufen.
Pulz: „Die ersten Wochen brauchen wir für eine gemeinsame Situationsanalyse, um die individuelle Problemlage auszuloten. Damit lässt sich auch schon nach wenigen Wochen der Findungs- und Selbstfindungsphase sagen, wie gut die zurzeit zehn Männer und vier Frauen im Alter von 28 bis 53 Jahren das niederschwellige Angebot annehmen.“ Wie gut? „Sehr gut, die Leute kommen gern hierhin, weil sie schnell spüren, dass sie hier Hilfe finden und sich ihre persönliche Lebenssituation perspektivisch nur verbessern lässt, wenn sie ihre eigenen Ressourcen kennen und richtig einschätzen können. Dann können wir ihnen auf „ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt“ helfen, sie unterstützen und fördern.“
Wie viele Wochenstunden müssen oder dürfen die Teilnehmenden vor Ort in Wissen sein, um sich in projektbezogenen Unterrichtseinheiten (UE: u.a. Erlebnispädagigik, gemeinsames Kochen, Sport, Exkursionen, kreative Arbeit), in praxisbezogenen Einheiten (Qualifizierung in handwerklichen Bereichen) oder in theoretischen Einheiten (Bewerbungstraining, EDV, Allgemeinbildung, Sprachförderung, Medienkompetenz) zu qualifizieren? Pulz: „15 Stunden an zwei Tagen sind das Minimum. Die Maßnahme kann aber auch flexibel bis zur Vollzeit – 39 Wochenstunden – absolviert werden. Das hängt nicht nur von der Zuweisung, sondern auch von der individuellen Situation der Teilnehmenden ab. Das PE+-Projekt soll Wege schaffen und nicht Hindernisse aufwerfen. So kann es zum Beispiel auch mit einem bestehenden Minijob kombiniert werden.“ Dies ist unter anderem eine der sinnvollen Neuerungen der PE+ gegenüber dem Vorgängerprojekt PE aus der letzten ESF-Förderperiode.
Der Besuch des Bienenlehrstands in Mudersbach-Birken eröffnet den PE+
Teilnehmenden neue Perspektiven, welche von den Teilnehmenden im Projekt
in einer Bildcollage festgehalten werden. Haben wir hier die Imker von Morgen?
Für die Stunden außerhalb der individuellen sozialpädagogischen Begleitung hat das Gespann Pulz/Prieur zurzeit fünf Fachanleiter in Theorie und Praxis im Team: Guido Schelbach (zuständiger Anleiter für die Be-/Verarbeitung von Metall), Daniela Märzhäuser (zuständig für den Bereich Bau/Gartenbau), Gudrun Kohl (zuständig für den pflegerischen Bereich), Jörg Becher (zuständig für den Bereich Hotel/Gastronomie), Ludmilla Marks (zuständig für allgemeinbildende UE). Pulz: „Nach den ersten praxisbezogenen Einheiten und den ersten interdisziplinären Projektarbeiten in der Gruppe, zum Beispiel am Haus Felsenkeller in Altenkirchen oder mit dem Einblick in die Imkerei, lässt sich schon jetzt mit den 14 Teilnehmenden die nächste Zwischenstation des Projekts angehen.“ Wie heißt sie? Pulz: „Berufswegplanung.“
Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und aus arbeitsmarktpolitischen Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz sowie durch das Jobcenter Kreis Altenkirchen gefördert.
Autor: hwl












