Die ersten Jumper sind schon in der Ausbildung

Veröffentlicht am: 21. September 2021

„neue arbeit e.V.“ bietet seit dem 1. Juni Unterstützung für Ausbildungswillige bis 25 Jahren an

  1. Altenkirchen. Seit dem 1. Juni läuft in Altenkirchen in den neuen Geschäftsräumen in der Frankfurter Straße 3 bei dem gemeinnützigen Verein ‚neue arbeit e.V.‘ ein vom ESF (Europäischer Sozialfonds) gefördertes Projekt unter der Leitung von Uwe Reinhardt, das es in dieser Form noch nicht gab. Das Besondere ist: Jede und jeder aus der Zielgruppe ausbildungsreifer junger Menschen bis 25 Jahren, die einen Schulabschluss, aber noch keine Erstausbildung abgeschlossen haben, ist bei Jump willkommen, um sich auf freiwilliger Basis zu orientieren.

17 junge Frauen und Männer haben dieses Angebot bis dato genutzt, um über einen der 15 geförderten Plätze dem gemeinsamen Projektziel eine der persönlichen Neigung entsprechende Ausbildung in Angriff nehmen zu können, ein Stück näher zu kommen. Für zwei dieser 17 war das Projekt ‚Jump – mit Zusatzqualifikation in die Ausbildung‘ bereits das Sprungbrett in eine solche Ausbildung. Zwei weitere der 15 haben sich in den Sommermonaten neu orientiert und sind in eine sogenannte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) umgestiegen. Von den zurzeit betreuten sieben Teilnehmerinnen und sechs Teilnehmern (Nele Martin: „Dass so viele junge Frauen das Angebot als zusätzliche Chance sehen, zeigt, wie wichtig ein solches Projekt wie Jump ist.“) sind bereits sechs in ein Praktikum vermittelt worden. Reinhardt: „Praktika sind in allen Phasen des Projekts möglich und wichtig, um in unterschiedliche Berufsfelder hineinzuschnuppern und Orientierung zu geben. Je früher wir das angehen können, desto besser ist es für alle, weil wir uns schon in der Modul-1-Phase in einer Situationsanalyse nicht nur ein Bild von den Stärken und Schwächen der Ausbildungswilligen, sondern auch vom individuell sehr unterschiedlichen Bedarf an Unterstützung und Beratung verschaffen wollen und müssen.“

Angeboten werden im Projekt vier Module. Wie oder wie schnell diese Module im aufwändigen Einzelcoaching angegangen oder abgearbeitet werden, ist sehr unterschiedlich. Der Projektverlauf ist damit sehr individuell.

Welche Vorgaben hat der Projektträger? Reinhardt: „Das gemeinsame Ziel ist, junge Menschen in eine Ausbildung zu bringen – möglichst schnell. Klappt das nicht, dann sollen 80 Prozent der Teilnehmenden nach spätestens einem Jahr in der schwierigen Übergangszeit zwischen Schule und Beruf wenigstes Zusatzqualifikationen erhalten haben, die ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern.“

Was erwartet der Projektträger von den jungen Menschen?

Reinhardt: „Weil sich Ziele gemeinsam einfacher erreichen lassen, erwarten wir, dass die jungen Menschen unser Angebot als eine zusätzliche Chance verstehen und wahrnehmen.“ Diese Chancenberatung ist wesentlicher Bestandteil im Modul 2, in dem die jungen Menschen u.a. auf das vorbereitet werden, was auf alle bis zur Unterschrift unter den erhofften Ausbildungsvertrag wartet: Bewerbungen, Bewerbungsgespräche, Assessment-Center etc.

 

Das Jump Team befindet sich derzeit in aktiver Planung der zwei Schulungen “Europa und Ich“ und „Finanziell fit. Die Themeninhalte sollen den Teilnehmenden vermitteln, welche unmittelbaren Zusammenhänge zwischen Europa bzw. dem ESF und ihnen persönlich bestehen. „Finanziell Fit“ gibt den Teilnehmenden Einblicke in die Themen: Lohnabrechnungen, Kontoeröffnung, Schuldenvermeidung und Versicherungen.

 

Bereichsverantwortlichter Uwe Reinhardt (r.), die
sozialpädagogische Fachkraft Nele Martin (l.) und
Sozialpädagogin Karolin Imhäuser haben in Jump
nicht nur die Entwicklung des Einzelnen im Auge,
sondern dank der guten Zusammenarbeit mit den
Anlaufstellen von Jobcenter und Arbeitsagentur
auch den regionalen Ausbildungsmarkt, wie die
aktuellen Stellenangebote an der Pinnwand zeigen.
Foto: hwl

Nele Martin: „Bevor wir uns im Modul 3 über mögliche Zusatzqualifikationen Gedanken machen, müssen die Fragen beantwortet sein: Wohin will ich? Wo liegt beruflich meine Zukunft?“ Das ist der späteste Zeitpunkt für die Jump-Coaches, um jungen Menschen grundsätzliche Unterschiede im Beruf und beruflichen Alltag aufzuzeigen, um ihnen Praktika zu vermitteln oder um über die Anlaufstellen von Jobcenter oder Arbeitsagentur den Kontakt zu ausbildungswilligen Betrieben zu vermitteln.

Wie sind die Vermittlungschancen zurzeit? Martin: „Wir spüren, dass die Pandemie den kleinen Betrieben zugesetzt hat.“ Was heißt das? Reinhardt: „Das heißt auf der einen Seite, dass es wieder möglich ist, zeitnah Praktikumsplätze zu bekommen. Das heißt aber auch auf der anderen Seite, dass in den Betrieben nach wie vor Verunsicherung herrscht, jetzt freie Ausbildungsplätze nach zu besetzen.

Der Startschuss für das neue Ausbildungsjahr ist bereits gefallen.

Was bedeutet das für die 15 ‚Jumper‘? Martin: „Wir sollten die nächsten Wochen intensiv nutzen, um die Orientierung zu forcieren, damit wir Ende des Jahres die Bewerbungen für August 2022 auf den Weg bringen können. Bis dahin haben auch die Firmen mehr Klarheit.“

„JUMP – mit Zusatzqualifikation in die Ausbildung“ ist ein in Rheinland-Pfalz durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördertes Projekt im Rahmen des REACT-EU-Programms. Mit diesem Hilfsprogramm stellt die Europäische Union zusätzliche Mittel zur Verfügung, um die Folgen der Corona-Pandemie auf die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt abzumildern.

Autor: hwl