neue arbeit Altenkirchen - Westerwald

Vertrauen schaffen über Einzelcoaching & Praktika

Veröffentlicht am: 22. November 2021

neue arbeit e.V.“ bietet seit dem 1. Juni auf freiwilliger Basis Hilfe für Ausbildungswillige bis 25 / Zurzeit läuft die ABOM

Altenkirchen. „Mit denen, die heute wissen, wohin sie wollen, werden wir bis zum Jahresende die Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz auf den Weg bringen“ – so das „Jump-Team“, bestehend aus Uwe Reinhardt, Karolin Imhäuser und Nele Martin. Das im Juni erstmals gestartete Bildungsangebot ‚Jump – mit Zusatzqualifikation in die Ausbildung‘ des gemeinnützigen Vereins ‚neue arbeit e.V.‘ mit Sitz in Altenkirchen (Frankfurter Straße 3) betreut zurzeit 14 junge Frauen und Männer. Diese nutzen das freiwillige Angebot, sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen zu lassen. Nele Martin: „Mit dem üblichen Ausbildungsstart im August ist zeitlich ein Rahmen gesteckt, um jetzt die Phase der beruflichen Orientierung langsam, aber sicher abzuschließen.“ Imhäuser: „Wer später als Ende August einsteigt, verpasst zwangsläufig den Beginn des Berufsschuljahres und damit oft zu viel, um es aufholen zu können.“

 

Der Projektablauf lässt sich in den aufwändigen Einzelcoachings bei 14 Teilnehmenden vorab nicht festmachen. Der Projektverlauf ist sehr individuell. Da die Teilnahme freiwillig ist und sich damit eine Fluktuation auf den 15 Plätzen nicht vermeiden lässt, weil die jungen Leute zu unterschiedlichen Zeiten im Projekt starten oder weil die/der eine schneller als andere persönlich festgelegte Ziele erreicht, lassen sich Bedarfe und vor allem gemeinsame Ziele nur unter vier Augen im Einzelcoaching in Einklang bringen. Denn grundsätzlich ist das Angebot sehr breit gefächert. Reinhardt: „Jede und jeder aus der Zielgruppe ausbildungsreifer junger Menschen bis 25 Jahre, die einen Schulabschluss, aber noch keine Erstausbildung abgeschlossen haben und Unterstützung auf dem Weg in die Ausbildung braucht, ist bei Jump willkommen.“

 

Zugute kommt den Coaches, dass sich in der Phase der beruflichen Orientierung, die im Modul 2 auf die individuelle Situationsanalyse folgt, sich überraschend oft auf den Wunschzetteln Überschneidungen ergeben, die es den Mitarbeitern einfacher machen, die bestehenden Kontakte oder die Netzwerke zu Firmen und Unternehmen kontinuierlich zu nutzen oder auszubauen. Martin: „Bevor die berufliche Orientierung beginnt, wollen einige Jugendliche in den Verkauf. Am Ende ist es aber bei vielen oft doch noch in eine andere Richtung gegangen. In dieser schon recht konkreten Phase sind der Verkauf, der soziale Bereich, der Garten-/Landschaftsbau und der Straßenbau die Berufsfelder, die bei uns aktuell viele junge Menschen anstreben.“ Um sich möglichst früh für ein klares Berufsziel entscheiden zu können, sind Praktika das A und O. Imhäuser: „Die Firmen stehen den Praktika nach wie vor relativ offen gegenüber, obwohl sie in wirtschaftlich unsicheren Corona-Zeiten Ausbildungsplätze nicht mehr in dem Maß wie zuvor vorhalten, anbieten oder besetzen können. Da die Praktikumsplätze, die wir den jungen Menschen im Zuge ihrer beruflichen Orientierung anbieten möchten, auf den Einzelnen zugeschnitten sein sollen, sind wir zeitlich flexibel. Praktika sind von unser Seite aus grundsätzlich jederzeit möglich und sinnvoll. Die Entscheidung, wann es am besten passt, liegt somit ausschließlich bei den Firmen.“

 

Welche Vorgaben hat der Projektträger? Reinhardt: „Das gemeinsame Ziel ist, junge Menschen in eine Ausbildung zu bringen. Klappt das nicht, dann sollen 80 Prozent der Teilnehmenden nach spätestens einem Jahr in der schwierigen Übergangszeit zwischen Schule und Beruf Zusatzqualifikationen erhalten haben, die ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern.“ Wie können solche Zusatzqualifikationen aussehen? Martin: „Solange wir ein derart breites Spektrum an Teilnehmenden haben, die zum Teil zurzeit noch in der Schule oder in einem Freiwilligen Sozialen Jahr sind, die (noch) nicht mobil sind, welche die Zeit zwischen Schulbesuch und Ausbildung mit einer Aushilfstätigkeit überbrücken, lässt sich eine nachweisbare Zusatzqualifikation nur am Einzelnen festmachen. Deshalb sind wir auch froh und dankbar, wenn wir allen Teilnehmenden etwas anbieten können.“ Im Zuge dessen wurden im vergangenen Monat alle Jugendlichen in digitalen Veranstaltungen zu den Themen „Europa und Ich“ sowie „Finanziell fit“ geschult.

 

Weitere Zusatzqualifikationen sind bereits angedacht. Martin: „Das wäre zum Beispiel in nächster Zeit ein Kooperationsprojekt mit dem Haus Felsenkeller in Altenkirchen, von dem wir uns einiges versprechen, weil wir den Teilnehmenden damit eine feste Tagesstruktur bieten, ihnen durch einfache Arbeiten, durchs Mitanpacken Appetit aufs Handwerkliche machen und sie in der Gruppe motivieren, eigene Gedanken und neue Ideen in ein konkretes Projekt einzubringen. Besser kann berufliche Orientierung nicht aussehen.“ Was kommt danach? Imhäuser: „Genauso wie wir ständig daran arbeiten, die Teilnehmenden über ein Bewerbungstraining fit für die Bewerbung und die Ausbildung zu machen, müssen wir auch ständig das Angebot an Firmen vergrößern, zu denen wir, aber vor allem die Teilnehmenden eine Beziehung aufbauen können.“  ….

 

Carolin Imhäuser, neue arbeit e.V.

Auch die jährlich stattfindende Ausbildungs- und Berufs-Orientierungsmesse (ABOM) wird von den Jump-Teilnehmenden in diesem Jahr in digitaler Form besucht. Imhäuser: „Die Jugendlichen können sich über ihr Smartphone für die Veranstaltung anmelden und sich verschiedene Arbeitsbereiche und Unternehmen digital anschauen. In Präsenz immer ein Besuch wert, daher erhoffen wir uns auch eine rege Teilnahme unserer Jugendlichen an der diesjährigen Veranstaltung.“

 

Dieses Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des EU Hilfsprogramms REACT-EU.

Autor: Anna Stephan