Filmprojekt
Der Verein ‚neue arbeit e.V.‘ bietet seit dem 1. Januar 2022 im Projekt ‚JobAction‘ 15 jungen Menschen bis 30 Jahre Start- und Alltagshilfe
Wissen. Seit dem 1. Januar läuft in der Walzwerkstraße in Wissen für zwölf Monate ein Projekt, das im breiten Sortiment der Bildungsangebote des gemeinnützigen Vereins „neue arbeit e.V.“ mit Sitz in Altenkirchen bis dato noch nicht zu finden war. Den teilnehmenden vier Frauen und elf Männern mit „multiplen Vermittlungshemmnissen“, wie es Projektleiterin Kim Prieur nennt, vermittelt ein fünfköpfiges Team mit den beiden Pädagoginnen Kim Prieur und Katharina Meier sowie den drei Anleitern Daniela Schmidt, Jan Schmidt und Carsten Dahlke die nötige Hilfe zur Selbsthilfe, damit sich über die gemeinsame Lösung privater Alltagsprobleme und eine sinnvolle, gemeinnützige Arbeit „die nötigen Kompetenzen und Interessen entwickeln können, um sich als junger, stabiler Mensch auch als ein wichtiger Teil der Gemeinschaft zu sehen und fühlen“ (Prieur).
Kim Prieur (l.) und Carsten Dahlke haben zurzeit den
engsten Kontakt zu den Teilnehmenden im Projekt
„JobAction“, weil sie Ihnen nicht nur im Fach-Unterricht
zur Seite stehen, sondern sie auch pädagogisch/
didaktisch begleiten, um die Inhalte auf die individuelle
Lebenssituation zu übertragen.
Prieur: „Es ist ein niederschwelliges Angebot für junge Menschen bis 30, die aktuell nicht arbeits- oder ausbildungsfähig sind. Solche Angebote sind nicht neu, neu ist aber unser Ansatz. Denn der Fokus liegt nicht auf einer direkten Vermittlung, sondern in unserer Überzeugungsarbeit, dass jeder Einzelne zur Gemeinschaft gehört und sich jeder nach zwölf Monaten die Fragen beantworten sollte: Wie bekomme ich mein Alltags- und Berufsleben gemanagt, woran habe ich Spaß, welche Kompetenzen fehlen mir, um das Leben zu führen, das ich mir vorstelle, und was kann ich bewirken, damit ‚our footsteps on this world‘ (Anm.: ‚unsere Fußstapfen auf dieser Welt‘/Überbegriff der Projektarbeit) in Zeiten des Klimawandels von Werten wie Nachhaltigkeit, gemeinschaftlichem oder gemeinnützigem Engagement geprägt werden?“
Wie schlagen sich solche Werte in der Projekt-Arbeit nieder? Prieur: „Wir vermitteln Alltagskompetenzen, um den aktuellen Lebensalltag aktiv zu gestalten und den Alltag der jungen Menschen zu stabilisieren.“ Einige Unterrichts-/Schulungsangebote und -themen sind vorgegeben (Europa und ich – Finanziell fit! – Gesunde Lebensführung), doch alle Themen sind erst nach einem Brainstorming innerhalb der 15er-Gruppe auf die Agenda für die kommenden Monate gekommen. Neu und nachhaltig ist vor allem ein Filmprojekt, in dem die Teilnehmenden und das Projekt-Team das ‚JobAction‘-Premierenjahr 2022 dokumentieren werden, und zwar in einer Form, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Carsten Dahlke: „Unser Auftrag ist ein Film, eine kinotaugliche Dokumentation unserer 12-monatigen Arbeit zum Thema ‚Klimawandel hautnah‘.“ Dieses Filmprojekt fällt unter die Rubrik Motivations-/Projektarbeit, ebenso wie eine Bachpatenschaft für einen Teil der Nister bei Stein-Wingert oder das Anlegen eines Natur-/Erlebnispfads in Limbach.
Während sich die avisierten handwerklichen Projektarbeiten und Schulungen (Umgang mit digitalen Medien, Bewerbungstraining, individuelle Unterstützung in allen Lebenslagen, Krisenintervention und Ausbildungs-/Berufswegeplanung) intern in zurzeit zwei Gruppen, die jeweils an zwei Tagen (montags/dienstags bzw. donnerstags/freitags) von 8 bis 14.30 Uhr in der Walzwerkstraße präsent sind und mittwochs gemeinsam digital unterrichtet werden, im dritten Corona-Jahr organisatorisch noch gut umsetzen lassen, wird es bei den angedachten externen Projekten schwierig. Prieur: „Wir haben Corona-bedingt in der Vergangenheit bei externen Veranstaltungen oder Exkursionen Abstriche machen müssen. Diesmal hoffen wir, alles zu realisieren, was wir unseren Teilnehmenden als Kompetenz- und Erfahrungsgewinn mit auf ihren Weg geben möchten.“
Im Klartext: Auch die 15 JobAction Teilnehmenden des Vereins ‚neue arbeit‘ möchten einmal beim WoKidMen-Familienlauf in Altenkirchen und beim Löwenlauf in Hachenburg als Streckenposten ihr Scherflein zum Gelingen dieser Veranstaltungen beitragen, auch sie würden gern einmal am Drachenboot-Rennen in Köln oder einem Seifenkisten-Rennen teilnehmen oder als erlebnispädagogische Einheit – wie zuletzt 2020 – mit dem Kanu die Sieg vom Müll befreien oder wieder mal einen Tag gemeinsam Sport in der Sporthalle in Neitersen treiben. Prieur: „Was Corona 2022 extern zulassen wird, lässt sich noch nicht sagen.“
Das 12-monatige Projekt ‚JobAction‘ in Wissen wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Jobcenters Kreis Altenkirchen gefördert.
Foto: hwl
Autor: hwl












