Teaser motiviert Macher und JobActionäre
Wissen. „Wir helfen, damit die jungen Leute, aktuell zwischen 18 und 23 ihr Leben und – durch den Abbau von Vermittlungshemmnissen – auch irgendwann ihr Privat- und Arbeitsleben wieder in den Griff bekommen“, sagt Kim Prieur, die in Wissen seit Januar für ein fünfköpfiges Team, für 15 junge Leute, die aktuell (noch) nicht arbeits- oder ausbildungsfähig sind, und damit für die Premiere des niederschwelligen Bildungsangebots ‚JobAction‘ des gemeinnützigen Vereins „neue arbeit e.V.“ mit Sitz in Altenkirchen verantwortlich ist. Sie ergänzt: „Das Besondere an dieser Maßnahme ist, dass es nicht das vorrangige Ziel dieses ESF-Projekts ist, Menschen in Arbeit zu bringen, sondern ihre Motivation zu fördern, indem wir ihnen in Zeiten des Klimawandels und der Zeitenwende unabdingbare Werte wie Nachhaltigkeit, gemeinschaftliches und gemeinnütziges Engagement nahebringen.“
Für Kim Prieur (r.) und Jan Schmidt (l.) sind die Projekte das Salz
in der ‚JobAction‘-Suppe. Für die Teilnehmenden ist dieses ‚learning by doing‘
eine gefragte Abwechslung, die motivieren und zugleich Interesse wecken soll.
Den pädagogischen Part bei dieser Motivationsarbeit teilen sich Kim Prieur und – seit April – Simone Schardt. Und auch im Trio der Fachanleiter hat es einen Wechsel gegeben. An der Seite von Daniela Schmidt (Garten und Landschaftsbau) und Jan Schmidt, dessen Rat oder Tat als Tischler bzw. Fachanleiter bei allen handwerklichen Herausforderungen gefragt ist, ist nun als dritte Fachanleiterin Stefanie Eitelberg (Hauswirtschaft/Ernährungsberatung) im Team zu finden. Sie übernimmt einige der vorgegebenen Unterrichts-/Schulungsangebote und -themen (u.a. Europa und ich – Finanziell fit! – Gesunde Lebensführung), steht aber auch selbst in der Küche in Wissen, um 15 jungen Leuten in der Praxis zu verdeutlichen, wie der Einzelne Einfluss auf ‚our footsteps on this world‘ (Anm.: ‚unsere Fußstapfen auf dieser Welt‘/Überbegriff der Projektarbeit) nehmen kann. Prieur: „Wie lebe ich, wie wohne ich, wie esse ich? Wenn sich jede oder jeder diese Fragen ehrlich beantwortet, lässt sich das Ergebnis in einer einzigen Zahl – im C02-footprint – erfassen. Dann kommen wir ins Boot, um in der Praxis und aus unserer praktischen, pädagogischen Arbeit heraus Antworten auf viele, viele Fragen zu geben. Eine ist besonders wichtig: Welche Kompetenzen brauche ich, um meinen aktuellen Lebensalltag aktiv zu gestalten, um meinen Alltag zu stabilisieren und schließlich auch meinen Fußabdruck nachhaltig zu verändern?“
Dabei haben sich Projektarbeiten als besonders hilfreich erwiesen. Welche hatte ‚JobAction‘ zuletzt im Angebot? Prieur: „Über allem steht unser Filmprojekt.“ Initiator Carsten Dahlke: „Unser Auftrag ist ein Film, eine kinotaugliche Dokumentation unserer 12-monatigen Arbeit zum Thema ‚Klimawandel hautnah‘.“ Bereits nach dem ersten Drittel der ersten JobAction-Maßnahme hat er eine 5:48-Minuten-Teaser-Version auf den You-Tube-Kanal von ‚neue arbeit‘ hochgeladen, bei der bereits jetzt deutlich wird, wie groß der Aufwand sein wird, um aus dem Rohmaterial, das die 15 ‚JobActionäre‘ und die fünf Team-Verantwortlichen gesammelt haben bzw. noch sammeln werden, eine Dokumentation zu stricken bzw. zu schneiden. Denn ohne Exkursionen und ein waches Auge für die sich verändernde Umwelt ist der Anspruch ‚Klimawandel hautnah‘ nicht zu erfüllen. Die Folge war: „Wir sind viel draußen gewesen und sind nach der Flut an der Ahr zum Beispiel in der nahen Umgebung, aber auch im Unterricht der Frage nachgegangen: Welche Folgen hätte eine Überschwemmung an den zum großen Teil nach wie vor begradigten Flussläufen an Sieg und Nister? Wir beobachten und erfassen aufmerksam und regelmäßig die Veränderungen von Flora und Fauna in fixen Bereichen, zum Beispiel im Basaltpark Bad Marienberg. Und wir filmen, was die Kameras hergeben. Natürlich auch direkt vor der Haustür in unseren selbst angelegten Hochbeeten oder im Garten, um einfach nur herauszufinden, zu welcher Jahreszeit was am besten wächst oder auf den Speiseplan kommt.“
Was steht in nächster Zeit an? „Wir werden sicherlich dem Wertstoffhof in Nauroth noch einen Besuch abstatten und eine Müllsammelaktion in Angriff nehmen, es gibt zwei Projekttage zum Thema Recycling. Das ist learning by doing.“ Wie unterschiedlich die Lern- und Motivationsschwellen der 15 Teilnehmer sind, zeigt ein Blick auf die Fluktuation: Drei der 15 im Januar gestarteten Teilnehmer haben eine Arbeit aufgenommen, zwei sind in einen Sprachkurs gewechselt, einer macht hausintern eine Servicefahrer-Qualifizierung, drei sind vorzeitig ausgestiegen, und zwei werden im Sommer eine Ausbildung beginnen. Prieur: „Die Plätze haben wir schnell wieder besetzen können.“ Das Ergebnis ist: Nach einer anfänglichen 4:11-Quote stellen sich heute sieben junge Frauen und acht junge Männer der ‚JobAction‘-Herausforderung, möglichst schnell und möglichst nachhaltig ihre Vermittlungshemmnisse aufzuarbeiten.
Das 12-monatige Projekt ‚JobAction‘ in Wissen wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des ‚Europäischen Sozialfonds Plus‘ und des Jobcenters Kreis Altenkirchen gefördert.
Foto:hwl
Autor: hwl












