neue arbeit Altenkirchen - Westerwald

Ich will nicht zuschauen und staunen“

Veröffentlicht am: 14. September 2022

Der Verein ‚neue arbeit e.V.‘ in Altenkirchen bietet bis Ende 2022 im Projekt ‚NETZarbeit‘ 15 Interessierten Hilfestellung auf dem Weg der Digitalisierung

Wissen.  Das EU-Hilfsprogramm REACT-EU und das Landesministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung machen es möglich: Zum 1. Mai hat der gemeinnützige Verein „neue arbeit e.V.“ in Altenkirchen sein üppiges Bildungsangebot um eine ebenso seltene wie überfällige Variante erweitert.

 

‚NETZarbeit‘ heißt das jüngste Kind unter der Obhut der ‚neue arbeit‘-Mitarbeiter Carsten Dahlke, Danilo Schmidt und Frank Vogler (Dahlke: „Das ist unsere Grundbesetzung.“), die bis zum Jahresende in den Außenstellen in Wissen und Altenkirchen versuchen, für möglichst viele Interessenten auf maximal 15 Fortbildungsplätzen das dicke Buch der Digitalisierung mit deutlich mehr als sieben Siegeln zu öffnen, lesbar und verständlich zu machen. Das Besondere an diesem Angebot, das aus vier Modulen besteht, ist: Die Teilnahme ist freiwillig, der Umfang ist variabel (Dahlke: „Wer öfter als zweimal pro Woche hierher kommen möchte, kann das gerne tun.“), nur die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

Danilo Schmidt, Carsten Dahlke und Frank Vogler (v.r.) bieten
seit Mai das Schulungsprogramm ‚NETZarbeit‘ auf freiwilliger
Basis an, das die Teilnehmenden dankend angenommen
haben. U.a. erhalten Sie zweimal pro Woche vor Ort in der
Gruppe viele Hilfestellungen auf dem Weg der Digitalisierung
im Alltag oder im Beruf, die es bis dato so noch nicht gibt.

Dahlke: „Das Angebot ist gut angelaufen, wir haben ein gutes Team. Ich bin positiv überrascht, wie groß die Nachfrage ist.“ Soll heißen: Die Teilnehmenden – grob eingeteilt in Anfänger und Fortgeschrittene – sind froh und dankbar, an jeweils zwei Tagen (Montag/Mittwoch – Dienstag/Donnerstag) bzw. in wenigstens acht Wochenstunden  in einer 7- oder 8-köpfigen Gruppe den Weg der Digitalisierung nicht allein gehen zu müssen. Der Senior im aktuellen Kreis ist Rolf Fechner aus Betzdorf (62). Fechner: „Es freut mich riesig, auf diese Art meine EDV-Kenntnisse erweitern oder auffrischen zu können, weil uns die Hardware in dieser schnelllebigen Zeit ja immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Für mich ist das eine Fortbildung mit sozialer Kontaktpflege.“ Dahlke: „Der Fortbildung, der digitalen Arbeit am PC, am Laptop, mit Smartphone oder Handy sind oft schon dadurch Grenzen gesetzt, dass uns die Hardware technische Probleme bereitet oder dem Einzelnen – selbst mir – das spezielle Hardware-Wissen  fehlt, um am Ende des Tages bzw. am Ende der Schulung sagen zu können: Jetzt weiß ich, wie ich Hard- und Software richtig und sicher im Alltag einsetzen und nutzen kann.“

 

Für Sabine Lehnig (55/Dohm) ist dieses Klassenziel nach wie vor die Triebfeder. Lehnig: „Ich will nicht zuschauen und staunen, sondern auch in meinem Alter noch vernünftig mit Smartphone und Tablet umgehen können.  Diesen Anspruch habe ich, und das lerne ich nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern am Besten und Schnellsten in einer Gruppe.“ Dahlke: „Bei der Versorgung mit Hardware sind wir mittlerweile immerhin soweit oder gut ausgestattet, dass wir in absehbarer Zeit auch die Leute in unserer Anfängergruppe in die Videokonferenzen holen können.“

 

Jürgen Monius (Wissen): „Mein Antrieb ist, irgendwann als technischer Zeichner an einem Computer zu arbeiten. Das ist noch ein weiter Weg, aber diese acht Wochenstunden haben mich diesem Ziel schon ein deutliches Stück nähergebracht. Denn wir haben es in kurzer Zeit geschafft, meinen Laptop auf Vordermann zu bringen. Mein Umgang mit der Tastatur ist mittlerweile schon recht sicher, und auch bei den Anwenderprogrammen zahlt sich jede Stunde Präsenz hier aus.“

 

Danilo Schmidt: „Das Lernen in einer Gruppe baut Hemmnisse ab und hat selbst dann, wenn alle zu Hause mit den passenden Endgeräten ausgestattet sind, dank direkter Hilfestellungen große Vorteile. Denn in einer Gruppe lassen sich vor allem technische oder Handling-Probleme oder -Hindernisse gezielter ansprechen und schnell lösen.“   Welche Schwerpunkte sind in den nächsten Wochen geplant? Dahlke: „Die vier NETZarbeit-Module decken die allgemeinen Grundlagen der Hard-/Software-Nutzung, den beruflichen Umgang mit MS-Office, aber auch schon sehr spezielle Themen wie die Gefahren im Internet oder die Datensicherheit/Datensicherung ab, was für die Schwierigkeitsgrade Anfänger oder Fortgeschrittene bedeutet, dass die Anfänger in den nächsten Wochen oft draußen sein werden, um digitalisiertes Foto- oder Filmmaterial zu sammeln, das die Fortgeschritten-Gruppe dann am PC zu einer Dokumentation schneiden und verarbeiten wird. Das wird spannend.“ hwl

Dieses Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des EU-Hilfsprogramms REACT-EU.

Autor: hwl