Qualifizierung als Schlüssel: Wie der Kreis Altenkirchen den Wandel aktiv gestaltet
Die wirtschaftliche Transformation findet statt, hier und jetzt, auch im Kreis Altenkirchen.
Unter dem Titel „Qualifizierung als Schlüssel zum Transformationserfolg“ kamen am 24.03. 2026 Beschäftigte, Unternehmensvertreter, Betriebsräte und Institutionen im kulturWERK Wissen zusammen, um genau darüber zu sprechen: Wie gelingt der Wandel – und wer gestaltet ihn?
Bereits ab 17:30 Uhr füllte sich der Veranstaltungsort an der Walzwerkstraße. Mit dem offiziellen Beginn um 18:00 Uhr eröffnete Landrat Dr. Peter Enders die Veranstaltung und stellte klar: Die Herausforderungen, vor denen die Region steht, sind vielfältig und reichen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz über Dekarbonisierung bis hin zu globalen Unsicherheiten wie instabilen Lieferketten und geopolitischen Spannungen. Doch ebenso vielfältig seien die Chancen, wenn man sie aktiv angehe.
Nach seinem Grußwort setzte Enders damit den inhaltlichen Rahmen des Abends und betonte die gemeinsame Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Beschäftigten im Transformationsprozess. Er übergab an Bernd Becker, der den gesamten Abend moderierte und an den ersten Redner überleitete.
Björn Pulz von neue arbeit e.V. brachte es in seinem Impulsvortrag auf den Punkt: „Transformation ist kein Projekt – sie ist der neue Normalzustand.“ Entscheidend sei dabei die Qualifizierung der Mitarbeitenden. Sie bilde das Fundament für eine zukunftsfähige Arbeitswelt bis 2030 und darüber hinaus.
Pulz zeigte auf, dass Unternehmen nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihre Belegschaften kontinuierlich weiterentwickeln. Dabei gehe es nicht nur um fachliche Kompetenzen, sondern auch um Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und neue Formen der Zusammenarbeit.
Wie Betriebe diesen Wandel praktisch umsetzen können, erläuterte im Anschluss Alice Greschkow von der Transformationsagentur Rheinland-Pfalz. Unter dem Titel „Skill-Update – Wie Betriebe fit für den Wandel bleiben“ stellte sie konkrete Förderangebote und Finanzierungsmöglichkeiten vor. Besonders im Fokus standen neue Formen der Weiterbildung sowie der Aufbau einer nachhaltigen Lernkultur in Unternehmen.
Greschkow machte deutlich, dass der demografische Wandel den Druck zusätzlich erhöht: Fachkräfte werden knapper, während gleichzeitig die Anforderungen steigen.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Tätigkeiten grundlegend, während internationale Handelskonflikte für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Umso wichtiger sei es, strategisch in Qualifizierung zu investieren.
Anschließend richtete sich der Blick auf die Chancen der Künstlichen Intelligenz im Mittelstand. Dr. Sönke Knoch vom Regionalen Zukunftszentrum für KI und Digitale Transformation vermittelte anschaulich, was hinter dem oft abstrakten Begriff steckt – und wie Unternehmen konkret davon profitieren können. Er stellte das ESF-Plus-Programm der Zukunftszentren vor und zeigte anhand praxisnaher Beispiele, wie KI bereits heute Arbeitsprozesse unterstützen kann.
Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen eröffnen sich enorme Potenziale, wenn sie frühzeitig einsteigen und Mitarbeitende entsprechend qualifizieren.
Wie Transformation erfolgreich gelingen kann, zeigte der Praxisbeitrag von Michael Gulden, Personalleiter der Karl Georg GmbH. Unter dem Stichwort „Ausbildung 2030“ skizzierte er einen Perspektivwechsel in der Nachwuchsförderung.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Fachwissen, sondern auch Eigenverantwortung und psychologische Sicherheit. Ausbildung müsse stärker an den realen Anforderungen der Unternehmen ausgerichtet werden – und gleichzeitig Raum für neue Denkweisen schaffen.
Sein prägnantes Fazit blieb hängen: „Auszubildende sind das Unternehmen von morgen.“
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden die verschiedenen Perspektiven zusammengeführt. Die Herausforderungen sind komplex, doch Lösungen entstehen im Dialog. Genau dafür bot der Abend den passenden Rahmen – über fachliche und institutionelle Grenzen hinweg.
Bei anschließendem Netzwerken mit Imbiss und Getränken wurde dieser Austausch vertieft. Viele Gespräche zeigten, dass der Bedarf an Information, Kooperation und gegenseitiger Unterstützung groß ist.
Die Veranstalter – neue arbeit e.V. in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Kreises Altenkirchen und TraForce zogen ein positives Fazit. Ihr Dank gilt allen Teilnehmenden, Referentinnen und Referenten sowie den Unterstützern, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Qualifizierung kein Randthema ist, sondern der entscheidende Hebel, um die Transformation erfolgreich zu gestalten.
Wer heute investiert, sichert die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.
Das Projekt Transformationsbegleitung Kreis Altenkirchen wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert.




















